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Die Kartiersaison beginnt – M&P hört gut hin

„Kartierung“ – für viele Menschen, die nichts mit dem Naturschutz oder Geowissenschaften zu tun haben, ein ungewöhnliches Wort. Was genau bedeutet z.B.: „Wir kartieren Brutvögel?“ In den Geowissenschaften ist die Kartierung eine raumbezogene Erhebung von Daten – in der Ökologie ist damit in der Regel die Erfassung bestimmter Tier- und Pflanzenarten bzw. Lebensgemeinschaften und deren exakte Verortung in einer Karte gemeint.

Damit dies gelingen kann, braucht man vor allem: eine gute Artenkenntnis, also die Fähigkeit, verschiedene Tier- und Pflanzenarten eindeutig zu erkennen und voneinander zu unterscheiden. Zusätzlich benötigt man eine gute Kenntnis der Ökologie der Arten, um zu entscheiden, wann und wo und mit welcher Methode die Tiere und Pflanzen am besten angetroffen werden können. Häufig werden auch technische Hilfsmittel eingesetzt. Zum Finden und Bestimmen von Fledermäusen z.B.  ist es sinnvoll, einen sogenannten Bat-Detektor einzusetzen, also ein Gerät, dass die für unsere menschlichen Ohren unhörbaren Ultraschalllaute der Tiere in hörbare Laute umzuwandeln. Auf diese Weise können wir nicht nur die im Dunkeln fliegenden Tiere hören, sondern auch erkennen, um welche Art es sich handelt und sogar, ob es Laute sind, die bei der Nahrungssuche ausgestoßen werden, oder sogenannte „Soziallaute“, also Balzlaute oder Töne, die bei der Jungenaufzucht gemacht werden.

Reptilien kann man gut mit sog. künstlichen Verstecken anlocken, unter und auf denen sie sich aufhalten, um sich aufzuwärmen. Die beste Zeit zur Kontrolle bei Reptilien ist der spätere Morgen, wenn so warm ist, dass die Tiere beweglich sind, aber noch nicht so heiß, dass sie zu schnell sind.

Zur Bestimmung von Vögeln eignet sich der frühe Morgen im Frühjahr besonders gut, wenn die Singvögel durch ihre arttypischen Balz- und Reviergesängen gut auseinanderzuhalten sind. Allerdings sind nicht alle Vögel das ganze Jahr über da, und schon gar nicht singen sie das ganze Jahr über. So beginnen Kohlmeisen früh im Jahr mit ihrem typischen Zi-Zi-Bäh, Nachtigallen kommen in unseren Breiten aber erst im Mai aus ihren Winterquartieren zurück und hören bereits im Juni wieder auf zu singen. Den scheuen und unauffälligen Vogel im Hochsommer finden zu wollen, ist äußerst schwierig. Und auch bei den Vögel eignen sich manche Hilfsmittel zur bessern Auffindbarkeit. Wintergoldhähnchen, ein sehr kleiner Vogel mit einem ganz leisen Stimmchen werden leicht überhört. Er lässt sich aber mit einer Klangattrappe recht einfach dazu verleiten, zu antworten. So kann man erkennen, ob diese Art in einem Gehölz lebt. Auf Klangattrappen reagieren übrigens auch Eulen – aber nur früh im Jahr , und Rebhühner – aber erst im Hochsommer.

Um ein Karte der Brutvögel oder anderer Artengruppen für ein Gebiet aufzustellen, bedarf es also einiger Sachkompetenz und meist mehrerer Begehungen. Standardwerke legen diese allgemein anerkannten Methoden fest. Nur im begründeten Ausnahmefall sollte von ihnen abgewichen werden.

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