NEWS: Seit Jahrhunderten werden die Fließgewässer durch den Menschen genutzt. Anfangs vor allem zur Energiegewinnung, der Bewässerung und den Transport von Waren. Bereits damals wurden Bauwerke an den Gewässern errichtet, um das Wasser in die gewünschten Bahnen zu lenken. Mit der Zeit hat der Hochwasserschutz immer mehr an Bedeutung gewonnen. Daher sind heutzutage praktisch alle Fließgewässer Deutschlands begradigt und verbaut.

Dies hat viele negative Folgen für die Biodiversität. Natürlicherweise verfügen Fließgewässer über ein Mosaik verschiedenster Lebensräume für eine Vielzahl von Organismen. Es wechseln sich flache und tiefe, beschattete und sonnige, langsam und schnell fließende Bereiche ab. Durch den Ausbau und die Unterhaltung sind fast alle Lebensräume in den Gewässern verloren gegangen. Auch die Auen haben stark unter dem Ausbau der Fließgewässer gelitten. Nicht nur in den heutzutage bebauten Bereichen gab es einen starken Rückgang der Artendiversität, sondern auch in nicht genutzten Bereichen. Das liegt daran, dass diese Flächen nur noch selten überflutet werden. Durch Flussdeiche wird vielerorts das Ausufern der Gewässer verhindert. Außerdem kam es durch die Begradigung der Gewässer zu einer Erhöhung der Fließgeschwindigkeit, die zu Erosion und somit zur Eintiefung der Gewässer geführt hat. Dadurch sinkt sowohl der Wasserspiegel im Gewässer als auch der Grundwasserspiegel in der Aue, was zu einem Austrocknen der Fläche führt. Die diversen und häufig seltenen Arten der Auen werden daher durch wenige „Allerweltsarten“ ersetzt. Wodurch ein starker Rückgang der Biodiversität zu verzeichnen ist.

Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die negativen Folgen des Ausbaus erkannt und es fand ein Umdenken statt. Besonders seit dem Inkrafttreten der Wasserrahmenrichtlinie werden vieler Orts Anstrengungen unternommen, um Fließgewässer zu renaturieren. Um die Gewässer ökologisch sinnvoll zu entwickeln muss die Vielfalt und Dynamik wiederhergestellt werden. Daher sollten Maßnahmen in erster Linie zur Wiederherstellung der Eigendynamik beitragen, damit sich das Gewässer selbst entwickeln kann. Dies ist nicht nur deutlich günstiger als Strukturen baulich zu errichten, sondern führt auch zu natürlicheren und vielfältigeren Lebensräumen, die auch auf Dauer erhalten werden.

Solche Prozesse resultieren aus zeitlich und räumlich wechselnden Strömungsbedingungen, die zu Erosion und Sedimentation führen, also das Gewässerbett immer wieder umlagern und verändern. Um dies zu ermöglichen müssen zum einen Bauwerke, wie Wehre, zurück gebaut werden, um einen natürlichen Wechsel der Wasserstände zuzulassen. Zum anderen müssen „Störsteine“ im Gewässer zugelassen werden, die zu einer lokalen Änderung der Fließgeschwindigkeit führen. Natürlicherweise übernimmt diese Aufgabe Totholz, das von der Vegetation entlang der Gewässer stammt. Daher ist es wichtig dieses gezielt in Gewässer einzubringen und durch das Anpflanzen von Gehölzen langfristig eine Nachlieferung zu ermöglichen

Problematisch ist, dass, um dynamische Prozesse zulassen zu können, immer Platz zur Verfügung stehen muss, in dem sich das Gewässer entwickeln kann. Häufig stehen diese Flächen nicht zur Verfügung oder müssen erst erworben werden. Die dazu nötigen Geldmittel fehlen häufig, daher befanden sich 2015 erst 8,2 % der Oberflächengewässer in einem guten Zustand.

Die M&P Group leistet insbesondere im Geschäftsbereich Wasserwirtschaft ihren Beitrag für eine sichere und naturnahe Zukunft unserer Fließgewässer. Engineering for a better tomorrow!

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