Incremental Sampling Methodology:

Eine flächenhafte Beprobung militärischer Übungsanlagen auf dem TrÜbPl Jägerbrück

Die Mull & Partner Ingenieurgesellschaft mbH bearbeitet langjährig für das Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften (NLBL) Projekte im Bereich der Altlastenbearbeitung sowie des vor- und nachsorgenden Boden- und Gewässerschutzes der Bundeswehr. Insbesondere bei der Durchführung von Bodenuntersuchungen auf großen Verdachtsflächen mit unklaren Kontaminationsschwerpunkten wie Schießbahnen und Zielgebieten stellt sich die Frage nach einer effizienten, flächendeckenden und vor allem repräsentativen Bodenprobennahme.

Initiiert durch das Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) und organisiert durch das NLBL soll, basierend auf der o.g. Frage, die Incremental Sampling Methodology (ISM) als mögliches Bodenprobennahmeverfahren getestet werden. Die ISM wurde vom Interstate Technology and Regulatory Council (ITRC) in den USA entwickelt und ist ein Probenahmeverfahren zur Erstellung von Mischproben. Dieses Verfahren reduziert die Datenvariabilität und liefert eine weitestgehend unvoreingenommene Schätzung der mittleren Schadstoffkonzentrationen für ein definiertes Bodenvolumen.

Auf Grundlage der Incremental Sampling Methodology (ISM) hat die Mull & Partner Ingenieurgesellschaft mbH im Auftrag des NLBL ein Probenahmegerät für das ISM hergestellt. Kernstück des Probenahmegeräts ist ein Entnahmezylinder (d = 5 cm, h = 10 cm), welcher über einen einfachen Schiebemechanismus wieder entleert werden kann (s. Abbildung 1).

Im Zeitraum vom 13.07. – 17.07.2020 wurde das Gerät erstmalig auf verschiedenen Übungsanlagen (Schießbahnen, Handgranatenwurf- und Sprengplatz) auf dem TrÜbPl Jägerbrück in Torgelow, Mecklenburg-Vorpommern eingesetzt.

Für die Bodenprobennahme wurden innerhalb definierter Untersuchungsflächen (Decision Units) in vorher festgelegten Schritten (in sog. Inkrementen) und auf unterschiedlichen Probennahmepfaden, Bodenproben genommen (vgl. auch Abbildung 4). Die Größen der Decision Units variierten in Abhängigkeit der Nutzung der Übungsanlagen zwischen 102 und 2.208 m². Die Abstände der Inkremente zueinander betrugen zwischen 2 und 4 m. Im Anschluss an die Probennahme wurde das Probenmaterial homogenisiert und je Probennahmepfad eine Mischprobe mit einer Masse von ca. 2 kg erstellt.

Zurzeit werden die Proben im Labor auf nutzungsspezifische Schwermetalle und sprengstofftypische Verbindungen sowohl im Feststoff als auch im Eluat (2:1 Säuleneluat) analysiert.

Diese Untersuchungsmethodik soll eine reproduzierbare und repräsentative Bestandsaufnahme (Ist-Zustand) des zu bewertenden Truppenübungsplatzes liefern.