Leitungsauskunft

Bei der Erkundung von Boden und Grundwasser wird in teilweise nicht unerheblichem Maß z. B. durch das Abteufen von Kleinrammbohrungen und Rammsondierungen, dem Setzen von Rammpegeln oder dem Anlegen von Schürfen, in den Boden eingegriffen.

Getreu dem Motto „Vor der Hacke ist es duster“ kann bei Bodeneingriffen nur eine begrenzte Aussage über Bohrhindernisse getroffen werden. Bohrhindernisse kommen in Form von Feldsteinen, Bauschutt, Vergrabungen etc. vor. Wichtig sind auch Hinweise auf Leitungen, Kabel und Kanäle, da diese im Zweifelsfall noch stromführend sind bzw. unter Druck stehen und evtl. Beschädigungen durch Erdarbeiten zu hohen Folgekosten führen können.

Aus diesem Grund empfiehlt es sich dringend vor Aufnahme von Erkundungsmaßnahmen eine Leitungsanfrage zu stellen, um evtl. Beschädigungen von Leitungen auszuschließen bzw. Ansatzpunkte ansprechend zu versetzen.

Die Recherche entsprechender Leitungsbetreiber ist jedoch meist zeitintensiv, zumal es kein übergeordnetes Kataster gibt, in dem alle Ver- und Entsorger entsprechend ihres Versorgungsgebietes dargestellt werden. Darüber hinaus ist die Anzahl der Versorgungsunternehmen mit über 2.400 Unternehmen extrem hoch. Nicht jedes Ver- und Entsorgungsunternehmen betreibt auch ein eigenes Netz. Allerdings gibt es in Deutschland allein 883 Stromnetzbetreiber.

Allein die Recherche des für ein Untersuchungsgebiet zuständigen Netz- oder Leitungsbetreibers ist somit kaum in angemessener Zeit realisierbar. Zumal die Antwortzeiten, unabhängig von der Größe des Netzbetreibers zwischen wenigen Stunden und mehreren Wochen variieren können.

Die Lösung für dieses Problem sind Angebote von Dienstleistern, die entsprechende Leitungsanfragen an eine Vielzahl von Netzbetreibern weiterleiten.

Das Angebot des Bundesweiten Informationssystems zur Leitungsrecherche (kurz: BIL) ist ein online verfügbares Informationsportal, das es ermöglicht kostenfrei entsprechende Leitungsanfragen zu stellen. BIL wurde 2015 als Non-Profit-Organisation gegründet und kann mittlerweile Anfragen an 101 Leitungsbetreiber weiterleiten.

Das BIL-Anfrageportal konzentriert sich ausschließlich auf den Kernprozess der Anfrage, indem es die geographischen und alphanumerischen Informationen der Bau- oder Planungsmaßnahme mit den in BIL hinterlegten – aber unsichtbaren – Zuständigkeitsflächen der Betreiber verschneidet. BIL benötigt die raumbezogene Eingabe der Baufläche als Polygon. Der Anfragende muss über das Portal ferner die Art der Baumaßnahme mitteilen. BIL stellt dafür eine Liste von unterschiedlichen Hoch- und Tiefbaumaßnahmen bereit.

Basierend auf den Anfrageinformationen erzeugt BIL eine rechtlich gesicherte Positiv- und Negativliste. Die zuständigen Betreiber erhalten bei analysierter Zuständigkeit die Information aus BIL, prüfen anhand dieser ihre eigene Betroffenheit und kommunizieren alle Informationen über das BIL-Portal. Damit verbleibt die Betroffenheitsprüfung beim Betreiber und dessen Planauskunft generiert die relevanten Informationen für den Anfragenden.

BIL ermöglicht es somit zentral Leitungsauskünfte an die betroffenen Netzbetreiber zu stellen, ohne selbst die Daten vorzuhalten. Damit ist auch sichergestellt, dass die der Leitungsauskunft zugrunde liegenden Daten stets auf einem aktuellen Stand des Betreibers gehalten werden.

Die Nutzer der BIL-Plattform erhalten, entsprechend der Rückmeldungen der Netzbetreiber an BIL, eine Rückmeldung, ob und wo im Untersuchungsgebiet Leitungen von den geplanten Maßnahmen betroffen sind.

Link: https://bil-leitungsauskunft.de/

Kontaktmöglichkeiten:

BIL eG
Josef-Wirmer-Straße 1-3
D-53123 Bonn
Tel.: +49 228 / 92 58 52 90
info@bil-leitungsauskunft.de

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