Moorschutz: Beitrag zum Erreichen der in Deutschland avisierten Klimaziele

Moore bieten einen natürlichen Lebensraum für viele, teilweise bedrohte, Tier- und Pflanzenarten und ein ebenso wichtiges „Zuhause“ für einen der wichtigsten Akteure des Klimawandels: Kohlendioxid (CO2). Obwohl nur 3 bis 4% der Festlandoberfläche der Erde Moore ausmachen, wird damit insgesamt 26 bis 44% des weltweit in Böden gespeicherten organischen Kohlenstoffs gebunden. Das ist mehr als das doppelte des in allen Wäldern der Erde gespeicherten Kohlenstoffs.

Viele von uns kennen und besuchen Moorregionen vor allem für ihre beeindruckenden weitläufigen und abwechslungsreichen Landschaften. Moore zeichnen sich durch eine hohe Diversität an Fauna und Flora (Nische für u. a. bedrohte Arten) aus. Als sog. „Nieren der Landschaft“ speichern Moorpflanzen im Wasser gelöste Schadstoffe. Dazu kommt der Moorlandschaft aber noch eine andere wichtige Bedeutung bei: Sie dienen als Langzeitspeicher für Kohlenstoff.

Werden Moorlandschaften auf Grund von land- oder forstwirtschaftlicher Nutzung entwässert, so werden diese Treibhausgase freigesetzt. In Deutschland nehmen sogenannte Moorböden ca. 4% der Bundesfläche ein. Der historischen Entwicklung Deutschlands geschuldet gelten heute über 95% der Moorlandschaften als tot. Dadurch zeichnen sich entwässerte Moore hierzulande mit ca. 47 Millionen Tonnen an emittierten CO2-äquivalenten Treibhausgasen für über ein Drittel der gesamt landwirtschaftlich produzierten Treibhausgasemission und damit für ca. 5% der gesamtdeutschen klimarelevanten Emissionen verantwortlich (BMU). Stoppen lässt sich dieser Trend langfristig nur durch Hebung der Wasserstände trockengelegter Moore.

In der Politik sind die Klimarelevanz und der schützenswerte Charakter der Moorlandschaften längst bekannt. Zahlreiche Leitfäden sowie Zielvereinbarungen zum Schutz und zur Revitalisierung von Mooren existieren unlängst auf Bundes- und Länderebene, begleitet von multinationalen Projekten, wie zum Beispiel der „Internationalen Klimaschutzinitiative“ (IKI) oder der „Global Peatland Initiative“.

Vor allem aber ist die gesellschaftliche Wahrnehmung auf den Schutz und den Wert der Moorregionen sowie deren Klimarelevanz hin zu sensibilisieren. Beschwerden gegen das Wiederverwässern und Revitalisieren ehemaliger Moorlandschaften der regional ansässigen Bevölkerung sind keine Seltenheit. Angst vor Mückenschwärmen und „nicht-nutzbaren Landschaften“ stellen die Hauptgründe dar. Dazu scheint das Ausmaß der Entwässerung/ des Abtorfens der Moore in Deutschland keine der breiten Öffentlichkeit bewusste Tatsache zu sein. Obwohl mittlerweile weniger als 5% der Fläche der gesamtdeutschen Moore noch intakt ist, werden jährlich immer noch ca. zehn Millionen Kubikmeter Torf als Blumenerde für den Gartenbau abgebaut. Und das, obwohl durch nachhaltige Strategien zur Revitalisierung mit verhältnismäßig geringen Emissionsminderungskosten ein wesentlicher Beitrag zum Erreichen der in Deutschland avisierten Klimaziele möglich wäre.

 

Online-Referenzen:  

https://www.eschenbach-freizeitoptik.com/de-DE/403/news/show/345/Moore-in-Deutschland

https://www.bmu.de/themen/natur-biologische-vielfalt-arten/naturschutz-biologische-vielfalt/moorschutz/

https://www.bmu.de/pressemitteilung/besserer-moorschutz-fuer-besseres-klima-und-mehr-artenvielfalt/

https://www.moorschutz-deutschland.de/

https://www.arge-donaumoos.de/arbeitsfelder/themen/moor-wiedervernaessung/

https://www.nlwkn.niedersachsen.de/naturschutz/foerderprogramme/life/hannoversche_moorgeest/life-projekt-hannoversche-moorgeest-113670.html

https://www.dw.com/de/die-m%C3%BChsame-wiedervern%C3%A4ssung-der-moore/a-18530748

https://www.bfn.de/fileadmin/BfN/landschaftsundbiotopschutz/Dokumente/SynopseMoorschutzstrategiefinal_2.pdf

https://www.gruenes-medienhaus.de/artikel/7102

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