Bauliche Umgestaltung eines Schulcampus in Hamburg

In Hamburg ist die Umgestaltung eines Schulcampus zur Modernisierung und Erweiterung des Schulbetriebs geplant. Zudem soll auf dem Schulstandort ein zusätzliches Gymnasium angesiedelt werden.

Zur Umsetzung der geplanten Neubebauung wurde das ca. 3 ha große Grundstück 2018 eingehend untersucht, wobei insbesondere Baugrunderkundungen des Untergrundes, Schadstofferkundungen des Bodens und der Gebäudesubstanz sowie umweltfachliche Kartierungen geschützter Arten durchgeführt wurden. Des Weiteren wurden Auskünfte zum Verdacht auf blindgegangene Abwurfmunition aus der Zeit des 2. Weltkrieges sowie den allgemeinen Kampfmittelverdacht eingeholt. M&P war an diesen Erkundungen umfangreich beteiligt und erstellte auf Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse ein Artenschutzgutachten, Kampfmittelerkundungs- und Bodenmanagementkonzepte, ein Baugrundgutachten inkl. Gründungsempfehlungen für die geplante Neubebauung und ein Rückbau- und Entsorgungskonzept für den Abriss der Altbebauung.

Anfang 2019 startete der in 2 Phasen aufgeteilte Gebäuderückbau mit den ehemaligen Grundschulgebäuden im Westen des Grundstücks. Diese Arbeiten wurden im Frühjahr 2019 abgeschlossen. Im Frühjahr 2019 wurden zudem die Arbeiten zur Umsetzung des erarbeiteten Artenschutzkonzeptes mit dem Anbringen von Vogelbrut- und Fledermauskästen an zu erhaltender Bebauung bzw. Bestandsbäumen und die Bergung von Seerosen aus den rückzubauenden Schulteichen durch Mitarbeitende von M&P durchgeführt. Der Rückbau der Gebäude des ehemaligen Gymnasiums im Osten des Grundstücks startete zeitgleich mit der Kampfmittelerkundung im August 2019. Der Gebäuderückbau wurde im Juni 2020 abgeschlossen, die Kampfmittelsondierung inkl. Erdarbeiten wird voraussichtlich im Februar 2021 abgeschlossen werden. Die Arbeiten zum Gebäuderückbau und zur Kampfmittelsondierung wurden bzw. werden durch M&P fachgutachterlich begleitet.

Besonderheiten im Zuge der Rück- und Erdbauarbeiten waren die Bergung von 2 Kunstwerken vor dem Gebäuderückbau und die archäologische Baubegleitung der Erdarbeiten auf einem Teilbereich des Grundstücks. Aus einem der rückzubauenden Gebäude wurde aus dem Treppenhaus zwischen 1. Und 2. Obergeschoss ein Glasmosaik auf Beton in Stahlrahmen mit den Maßen 300 cm x 155 cm x 5 cm und einem Gewicht von ca. 250 kg geborgen werden. Zudem befand sich im Außenbereich des Schulgeländes eine Sonnenuhr mit Keramikmosaik auf einem Betonsockel. Die Sonnenuhr hat einen Durchmesse von 161 cm und eine Sockelhöhe von ca. 40 cm auf einem Betonfundament. Das Fundament wurde 70 cm unter dem Mosaik mittels Bandsäge getrennt und das ca. 4.000 kg schwere Kunstwerk geborgen.

Durch die Bodendenkmalpflege wurden auf Teilbereichen des Grundstücks Verdachtspunkte für mögliche archäologische Funde recherchiert, die sich aus der ehemaligen Nutzung durch Keramikmanufakturen ergaben. Daher wurden die Erdarbeiten zur Kampfmittelsondierung auf den Teilbereichen mit archäologischen Verdachtspunkten. Es wurden im südlichen Grundstücksbereich mehrere Abfallgruben angetroffen, die Fehlbrände und Scherben aus der ehemaligen Keramikproduktion enthielten. Die Funde wurden auf das 18. Jahrhundert datiert.

Der Abschluss der durch M&P begleiteten Arbeiten wird für das Frühjahr 2021 erwartet und die zusammenfassenden Dokumentationen der abgeschlossenen Arbeiten an die Auftraggeberin übergeben. Im Anschluss werden die Hochbauarbeiten auf dem baufreien Gelände beginnen.

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